Burggeschichten Burgfest Heilsberg
14. und 15. Juli 2007
Eine szenisch-musikalische Führung rund um die Burgruine Heilsberg geschrieben von Ali Stadler gespielt durch die Theatergruppe Wiesent, unter Regie von Eduard Ebenbeck
Erzähler (Otto Thanner):
Auf dem Wartturm der Burg Heilsberg stand eine alte Tanne. Der Volksmund nannte sie die "Geistertanne" und erzählte schauerliche Geschichten von der verrufenen Stätte ....
.... den Geist in der Gestalt eines Burgfräuleins, manchmal zu Fuß und manchmal auf einem schwarzen Hengst reitend, gesehen haben wollten.
Nur ein Einziger bisher hatte soviel Mut in der Brust, jenes Wagnis zu bestehen, und das war ein junger Bäckerbursche ausWiesent
Der Bäckerbursch, ein mutiger Geselle, wie das so die Bäckerburschen bekanntlich meistens sind, beschloss, das
verwunschene Burgfräulein zu erlösen.
"Schon viele sind an mir vorübergegangen, aber es hat noch keiner gewagt, mich anzusprechen, Du bist der Erste. Ich werde Dir alles sagen, aber ich kann nur erlöst werden, wenn Du das tust, was ich von Dir verlange."
Langsam kroch die Schlange an seinem Leib hinauf und der Bäckerbursche hielt tapfer durch. Immer weiter kroch die Schlange...
... ein grässliches Wehklagen zerriss die Luft ...
Das verwunschene Burgfräulein aber ist bis heute unerlöst und immer wieder wird berichtet, dass es gesehen wurde, im Wald rund um Heilsberg.
Manchmal zu Fuß und manchmal auf einem prächtigen schwarzen Hengst reitend.
Vielleicht findet sich ja noch ein mutiger Mann, der das arme Burgfräulein von ihrem Geisterdasein erlöst.
(Copyright Text: Alfred Stadler, Bilder: Peter Kuhrau (6), Gertraud Neumeier (2) )